Montag, 23.09.2013

Mobilitaet

Als ich hier hergezogen bin, dachte ich, ich koennte mir vielleicht die Anschaffung eines Autos sparen. Immerhin kostet so ein Auto richtig Geld, nicht nur in der Anschaffung. Benzin ist zwar billiger als in Deutschland (momentan $1.25 pro Liter), aber die Versicherung ist richtig teuer. 

Die ersten zwei Wochen habe ich mir einen Mietwagen genommen, damit ich alle meine Haushaltssachen (alles vom Staubsauger ueber Kochgeschirr zu Lampen und Bett) besorgen konnte.

Ich Hamilton gibt es ein gut ausgebautes Bussytem, und ich habe mir meine Wohnung in guter Lage ausgesucht, sodass ich mit dem Bus zur Arbeit fahren konnte. Aber ohne Auto steckt man trotzdem fest, ich konnte die Stadt nicht verlassen, um Ausfluege zu machen oder mal schnell was anderes ausser Lebensmittel einzukaufen.

 

Also habe ich mir ein gebrauchtes Auto gekauft. Das war damals 4 Jahre alt und eine Leasingrueckgabe. Hat mich $7500 gekostet. Ich habe es heute noch und bis auf ein paar kleinere Sachen laeuft es tiptop. In Dundas hatte ich einen Nachbarn, der Automechaniker war, sodass ich guenstig Reparaturen und Reifen bekommen habe. (Networking und Kontakte sind hier extrem wichtig, viel wichtiger als in Deutschland und auch leichter zu knuepfen. Die Leute sind freundlich und offen, also lohnt sich guter Kontakt zu Nachbarn und Kollegen).

 

Es gibt auch billigere Autos zu haben, aber wenn man sich was altes kauft, dann ist dauernd was kaputt und das geht ins Geld. Etwas mehr Investment lohnt sich also.

Die Versicherung am Anfang war sehr teuer, nach langem suchen hab ich $2400 im Jahr gezahlt, nur Haftpflicht! Kauft keine erweiterte Versicherung, das kann sich keiner leisten und bringt nichts.

Mittlerweile hab ich 2 Autos und unser Haus versichert, mit ein paar Jahren ohne Unfall wurde mir ein guter Rabatt gewaehrt, ich glaube alles zusammen kostet dieses Jahr $2700.

Den Fuehrerschein konnte ich hier leicht umtauschen, mit einem Schreiben vom Konsulat in Toronto hab ich ohne Pruefung eine Ontario driver's license bekommen.

 

Fahren ist relaxed hier, die Polizei hat keine Radarfallen, nur Laserpistolen und die geben einem nur ein Ticket, wenn man 20 km/h und mehr ueber dem Limit ist. Wenn man bei den Streitkraeften ist, kann man fahren wie man will und bekommt nie ein Ticket (dazu spaeter mehr).

Die Strassen sind schoen breit, kein nerviger Slalom mit dauerndem Anhalten wie in Deutschland. Die Autos sind fast alle Automatik, ich bevorzuge das dem staendigen Rumgeruehre im Getriebe. Ich reguliere ja die Zuendkerzen auch nicht manuell. Und in Toronto und Missisauga ist in der Rush-Hour immer viel Stau, da gehts mit Automatik auch besser voran.

Montag, 23.09.2013

Steel City und Dundas

Hamilton liegt am Lake Ontario, etwa eine Autostunde westlich von Toronto. Touristen werden hier wohl kaum anhalten, wenn sie das alte Industriegebiet vom Highway aus sehen. Die meisten  der Stahlwerke sind allerdings nicht mehr in Betrieb, als Konsequenz sind viele Fabrikjobs weggefallen. Hamilton will sich nun eher in Richtung Forschung und High-Tech ausrichten.

 

 

Die Bevoelkerungsstruktur ist sehr abhaengig von der Geographie, in der naehe der Fabriken Downtown gibt es ziemlich billige Haeuser (billiger als 100 000$), die muss man aber selbst verteidigen :-)

Es gibt im Westen, in der Naehe der Universitaet aber sehr schoene Gebiete, mit gepflegten Siedlungen. Ich habe mir bei meiner Ankunft eine Wohnung in einem historischen Haus (um 1900) in Dundas angemietet. Dundas ist eine alte Stadt (fuer kanadische Verhaeltnisse), es gibt hier viele historische Gebaeude zu sehen. Main Street beherbergt viele nette Geschaefte fuer Lebensmittel, Juweliere, Kunst, Restaurants etc. Fuer Kanada ungewoehnlich konnte ich alles zu Fuss erreichen, fast wie in Europa.

Hamilton ist die Stadt der Wasserfaelle, weil es am Niagara Escarpment liegt, einer gewaltigen geoplogischen Steinstufe, die von Niagara bis zur Bruce Peninsula verlaeuft. In Dundas gibt es die Webster Falls, eine Gruppe wunderschoener Wasserfaelle, inmitten von Laubwald, der im Herbst in allen Farben leuchtet.

 

Webster Falls Dundas im Herbst

 

Es gibt hier viele Wanderwege und die Gegend ist ein echter Geheimtip fuer Touristen, die mal aus den Haeuserschluchten von Toronto oder der Touristenfalle Niagarafaelle wegkommen wollen. 

Montag, 23.09.2013

Hallo Welt

Hallo liebe Leser,

ich bin im August 2010 nach Kanada ausgewandert und werde von nun an hier ueber mein neues Leben berichten. 

Dieses Blog soll als Inspiration dienen, mal was Neues zu probieren, neue Erfahrungen zu sammeln und neue Freunde zu finden. Ich werde spaeter erzaehlen, warum ich gerade hierher gekommen bin und welche Vorgeschichte das Ganze hatte.

Momentan moechte ich aber lieber einmal erzaehlen, wie das Leben hier ist. Ich bin im August 2010 angekommen, mit einem Jobangebot als Wissenschaftler an der McMaster University in Hamilton im Gepaeck. Nach Kanada auszuwandern ist nicht ganz leicht, das geht nur, wenn man von den Kanadiern gebraucht wird. Zum Beispiel, wenn man einen bestimmten Beruf gelernt hat, oder ein Unternehmer ist, oder wenn man einen Ehepartner in Kanada hat.

Ich bin am Anfang mit einer befristeten Arbeitsgenehmigung angekommen, mittlerweile bin ich "permanent resident" und darf unbegrenzt bleiben und ueberall arbeiten. In einem Jahr werde ich einen Einbuergerungsantrag stellen, mehr zu diesen Themen spaeter.

 

Am Anfang standen viele wichtige Behoerdengaenge und Erledigungen, zum Beispiel Wohnung finden, Moebel kaufen und andere Sachen (ich bin quasi nur mit Kleidung, Laptop und Geld hier angekommen). Das Arbeitsleben hier ist aehnlich wie in Deutschland, aber es gibt wesentliche Unterschiede, die man kennen muss, um erfolgreich zu sein.

 

Die Menschen hier haben mir sehr freundlich aufgenommen, ich glaube, das ist einer der groessten Vorteile, hier zu leben. Ich habe hier in kurzer Zeit meine Freundin (und mittlerweile Verlobte) kennengelernt. Ein Jahr spaeter haben wir gemeinsam ein Haus gekauft.

 

Zu allen diesen Themen werde ich in Kuerze ausfuehrlich berichten, ich freue mich auch ueber Anregungen zu Themen, die ich beschreiben koennte.